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JFV Bürstadt-ein neuer Verein für junge Kicker
JFV Bürstadt - ein neuer Verein für junge Kicker: Eintracht, VfR und FSV gemeinsam
17.02.2011 - BÜRSTADT
Von Matthias Rebsch
BESCHLOSSEN Eintracht, VfR und FSV machen gemeinsame Sache / Juniorenförderverein will lokale Kräfte bündeln / SG Riedrode tritt nicht bei
Klappt es? Oder klappt es nicht? Diese zwei Fragen hat sich Jochen Schuster in den vergangenen Monaten recht häufig gestellt. „Das war das Schlimmste“, sagt er. Jetzt hat er Gewissheit: Es klappt. „Der Juniorenförderverein ist in trockenen Tüchern“, bestätigt Schuster im Gespräch mit unserer Zeitung. Am 1. März findet um 20 Uhr die Gründungsversammlung des JFV Bürstadt in der VfR-Stadiongaststätte statt. Damit betreten Eintracht und VfR Bürstadt sowie der FSV Riedrode in der langen Bürstädter Fußballhistorie Neuland. Einziger Wermutstropfen: Die SG Riedrode ist nicht dabei.
Schuster wird im Vorstand des neuen Vereins sitzen, in dem sich die Kräfte der Bürstädter Fußballjugend bündeln sollen. Nur widerwillig stellt er sich zum Foto zur Verfügung. „Ich will mich nicht in den Vordergrund drängen“, sagt er. Neben ihm haben Christian Hering und Gregor Ruh richtungsweisende Arbeit geleistet. Genauso wie die Vertreter der Vereine. „In dieses Projekt haben viele Leute viel Herzblut reingesteckt.“ Am Dienstagabend wurde im Vereinsheim des FSV Riedrode der Beschluss zur Gründung gefasst.
Guten Jugendfußball nach Bürstadt holen
Schuster spricht von einem Spirit, der in der Luft lag. Noch am Tag danach ist der Bürstädter euphorisch: „Ich finde das klasse“, sagt er. „Ein Meilenstein.“ Oder: „Wir sind in der zähen Zeit der Verhandlungen eng zusammengewachsen.“ Er freue sich auf den neuen Verein. Auch FSV-Vorsitzender Harald Ofenloch sprüht vor Begeisterung: „Ich bin sehr stolz, hier mitarbeiten zu dürfen.“ Man sei heiß darauf, guten Jugendfußball in die Ried-Gemeinde zu holen. „Und dabei spreche ich für den ganzen Verein“, so der Vorsitzende, dessen FSV sich mit viel Man-Power engagieren will.
Der Juniorenförderverein ist ein eigenständiger Verein mit eigener Satzung. Die wird bei der Gründungsversammlung vorgestellt. Im Vorstand werden fünf Leute sitzen. Das sind Jochen Schuster und Manfred Commercon, der für Verwaltung und Spielbetrieb zuständig ist, sowie von jedem beteiligten Verein ein Vertreter: Rainer Beckerle (Eintracht), Harald Ofenloch (FSV), Ernst Dexler (VfR). Die Jugend-Fusion erstreckt sich von der D- bis zur A-Jugend. Jede der vier Jugenden bekommt einen Spielleiter. Auch die Spielorte sind bereits festgelegt (siehe Organigramm). Namen der Trainer werden bald bekanntgegeben. Noch sind nicht alle Stellen besetzt, auch mit potenziellen Sponsoren wird noch verhandelt.
Mittelfristiges Ziel sind bis zu 150 Jugendliche
Bisher plant der JFV mit 92 Jugendlichen. „Unser mittelfristiges Ziel sind 120 bis 150“, sagt Jochen Schuster. Jetzt, da man Planungssicherheit habe, könne man an die Spieler herantreten. Ziel sei es, die 40 Jugendlichen, die zwar aus Bürstadt kommen, aber derzeit außerhalb der Gemeinde kicken, wieder zurückzuholen. „Und vielleicht kann man auch andere Talente anlocken.“ Denn das Projekt Juniorenförderverein soll wieder Qualität in den Bürstädter Jugendfußball bringen. Die sportliche Leitung werden der ehemalige Zweitliga-Spieler des VfR Bürstadt, Willi Reuter, sowie Hans Gött und Rainer Uhrig übernehmen. Sie entwickeln die Philosophie und bilden die Trainer weiter.
Norbert Krezdorn glaubt, dass die Fusion der richtige Schritt ist. „Wir sind auf einem guten Weg, um Talente gezielt fördern zu können.“ Was dem VfR-Jugendleiter besonders am Herzen liegt, ist, dass man nicht nur die Guten besser macht, sondern auch diejenigen, die noch nicht soweit sind, weiterbringt. Er begrüßt es, dass nicht nur Wert auf die Spitze, sondern auch auf die Breite gelegt wird. Jeder, der Spaß am Spiel hat, könne kommen. „Es soll jeder in die passende Mannschaft kommen“, sagt Schuster.
Je ein Team in der Gruppenliga
In Zukunft sollten alle Jugenden mit einem Team in der Gruppenliga vertreten sein, die zweite Mannschaft im Kreis. Da liegt noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen. Derzeit spielt keine der Mannschaften in der Gruppenliga, nur die C1 des VfR Bürstadt hat in diesem Jahr die Möglichkeit, aufzusteigen. Dann dürfte die C-Jugend des JFV in der Gruppenliga antreten.
Voller Freude und Spannung ist auch Eintracht-Vorsitzender Rainer Beckerle. „Ich begrüße die Entscheidung sehr und hoffe, das wirkt sich positiv auf den Jugendfußball aus. Schade ist es nur, dass die SG nicht dabei ist.“ Die Gelb-Schwarzen begründeten ihre Absage mit folgender Stellungnahme: „Die Sportgemeinde Riedrode hat sich nach einem internen, über mehrere Wochen offen und sachlich geführten, Diskussionsprozess entschlossen, dem Jugendförderverein vorerst nicht beizutreten.
Einigkeit beim Fastnachtsumzug demonstrieren
Hauptsächlich waren folgende Argumente ausschlaggebend: Verlust der Gemeinschaft bei gewachsenen Mannschaften; Verlust der Identifikation zum Verein; keine Not bei den Mannschaften (D- bis A-Jugend), die in dem Förderverein aufgehen. Die SGR ist sich bewusst, das diese Entscheidung eine Momentaufnahme ist und dass diese Entscheidung in den nächsten Jahren bedingt auch durch fehlenden Nachwuchs anders ausfallen könnte. Die Sportgemeinde Riedrode bedankt sich bei den Initiatoren für die geleistete Arbeit und insbesondere für das gut ausgearbeitete Konzept eines Jugendfördervereins.“ Norbert Krezdorn bedauert die Entscheidung, sagt aber: „Was nicht ist, kann ja noch werden.“ Und auch Schuster bestätigt, dass die Türen immer offen stünden.
Als am Dienstagabend die Entscheidung fiel, konnte Schuster den Geist des JFV schon spüren. Spontan beschlossen die drei Vereine, sich zeitnah der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ nimmt der neue Verein am Bürstädter Fastnachtsumzug teil. Die Vereinsfarben sind übrigens rot-weiß. Warum? „Weil die bisher keiner der Bürstädter Fußballvereine hat“, so Schuster.
Artikel aus der Bürstädter Zeitung vom 17.02.2011